Themenjahr 2025/2026: "Dritte Orte"

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Mit dem Themenjahr 2025/26 widmet sich die Stadt Oberhausen der Frage, welche Bedeutung sogenannte „Dritte Orte“ für das städtische Leben haben und welche Potenziale sie für die Zukunft bieten.

„Dritte Orte“ sind Räume jenseits von Zuhause und Arbeit, die Begegnung, Austausch und Gemeinschaft ermöglichen. Sie sind Orte, an denen Menschen zusammenkommen, unabhängig von Herkunft, Alter oder sozialem Hintergrund. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zum Miteinander in unserer Stadt.

Im Themenjahr „Dritte Orte“ möchten wir diese besonderen Räume in den Blick nehmen: Was zeichnet sie aus? Welche Rolle spielen sie für soziale Teilhabe, kulturelles Leben und den Zusammenhalt in Oberhausen? Und wie können sie in Zukunft gestärkt werden?

Difu-Projekt "Dritte Orte als Inkubatoren für das Gemeinwesen"

Gemeinsam mit weiteren deutschen Großstädten beteiligt sich Oberhausen am Projekt „Dritte Orte als Inkubatoren für das Gemeinwesen“ des Deutschen Instituts für Urbanistik (Difu). Ziel ist es, die Bedeutung sogenannter Dritter Orte für mehr Gemeinschaft und Zusammenhalt in den Städten zu untersuchen.

Im Rahmen des Projekts wird unter anderem folgenden Fragen nachgegangen:

  • Welche Orte braucht das Gemeinwesen?
  • Inwieweit kann das Gemeinwesen (wieder) zentrale Orte besetzen?
  • Wie können Dritte Orte gezielt(er) für eine Stärkung des Gemeinwesens auf- und umgebaut werden?
  • Welche Einzelaspekte wie (innen-)architektonische Gestaltung und inhaltliche Angebote, Finanzierung und Betreibermodelle, Erreichbarkeit und räumlicher Einzugsbereich spielen dabei eine wesentliche Rolle?

Weitere Informationen finden Sie auf der Projektseite des Difu.

Diskussionsveranstaltung "Begegnung (un)erwünscht? - Öffentliche Räume im Spannungsfeld von Begegnung, Akzeptanz und Rücksichtnahme"

Am 7. Mai 2026 fand die Diskussionsveranstaltung „Begegnung (un)erwünscht? – Öffentliche Räume im Spannungsfeld von Begegnung, Akzeptanz und Rücksichtnahme“ statt. Gemeinsam mit Gästen aus Forschung, Quartiersarbeit und kommunaler Praxis wurde über die Bedeutung öffentlicher Räume als Orte der Begegnung sowie über Nutzungskonflikte, Sicherheitswahrnehmungen und gesellschaftlichen Zusammenhalt diskutiert.

Ralf Zimmer-Hegmann vom Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung (ILS) ordnete die Rolle öffentlicher Begegnungsorte für gesellschaftliche Teilhabe und Zusammenhalt ein. Dennis Zilske vom Planerladen gGmbH berichtete aus der Quartiersarbeit in der Dortmunder Nordstadt und betonte die Bedeutung langfristiger Präsenz, Beteiligung und Arbeit auf Augenhöhe. Stefan Scholz vom Quartiersmanagement Bremer Platz in Münster gab Einblicke in den Umgang mit Nutzungskonflikten und die Neugestaltung einer öffentlichen Freiflächeim Umfeld des Hauptbahnhofs Münster.

In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass öffentliche Räume wichtige Orte gesellschaftlicher Aushandlung bleiben. Hervorgehoben wurden insbesondere die Bedeutung langfristiger Quartiersarbeit, die Zusammenarbeit unterschiedlicher Akteure sowie der offene Umgang mit Konflikten und unterschiedlichen Nutzungsansprüchen. Zudem wurde diskutiert, wie öffentliche Räume gestaltet werden können, um Begegnung zu ermöglichen, ohne bestimmte Gruppen auszuschließen.

Auftaktveranstaltung "Wo wir uns begegnen"

Das Oberhausener Themenjahr „Dritte Orte“ wurde am 1. Oktober 2025 mit einer Auftaktveranstaltung im Wissenschaftscampus NRW gestartet. Rund 50 Teilnehmende aus Verwaltung, Politik und Praxis diskutierten über die Bedeutung von Orten der Begegnung für gesellschaftlichen Zusammenhalt, Teilhabe und soziale Integration. Zum Auftakt ordnete Dr. Thomas Franke vom Deutschen Institut für Urbanistik (Difu) das Thema in aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen ein und verdeutlichte die Relevanz Dritter Orte für Städte und Quartiere. Dr. Petra Potz vom Büro Location³ zeigte auf, wie Dritte Orte gezielt in Quartiers- und Stadtplanung integriert werden können und betonte dabei die Bedeutung unkonventioneller Ansätze. Dr. Kathrin Mädler vom Theater Oberhausen gab praxisnahe Einblicke in die Rolle kultureller Einrichtungen als Orte der Begegnung und des Austauschs.

In der anschließenden Diskussion wurden Chancen, Herausforderungen und Entwicklungsperspektiven Dritter Orte in Oberhausen thematisiert. Dabei wurde hervorgehoben, dass sowohl organisierte als auch spontane Begegnungsräume wichtig für das gesellschaftliche Miteinander sind. Zudem wurde deutlich, dass es in Oberhausen bereits zahlreiche Dritte Orte gibt, diese jedoch teilweise noch stärker sichtbar gemacht und besser miteinander vernetzt werden könnten.

Die Auftaktveranstaltung bildete den Startpunkt für das weitere Themenjahr „Dritte Orte“